Stemmann-Grundstücke sind sehr gefragt
Zunächst sollte die Vergabemodalitäten für die Grundstücke auf dem ehemaligen Stemmann-Areal und an der Nordhorner Straße in Schüttorf am Mittwochabend im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung besprochen und verabschiedet werden. Doch auf Anfrag der SPD-Fraktion wurden die Einzelheiten dann transparent behandelt.
Als „Chance für eine Vermarktungsoffensive“ hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Schrader für seinen Vorschlag geworben und stieß im Schüttorfer Rat auf einhellige Zustimmung. Denn auch Ulrich Körner (CDU) sprach sich für eine offensive Herangehensweise aus, „damit die Bürger wissen, warum die Politik wo welche Preise festgelegt hat“. Fiel diese Entscheidung noch einstimmig, so konnte sich die SPD nicht mit ihrem Antrag durchsetzen, die Preise für die Stemmann-Grundstücke, die jetzt zwischen 50 und 99 Euro pro Quadratmeter je nach Größe und Qualität liegen, um zehn Prozent zu senken. Dafür stimmten nur acht Ratsmitglieder, 14 waren dagegen. Für die endgültigen Vergabemodalitäten votierten 14 Ratsmitglieder bei je vier Gegenstimmen und Enthaltungen.
An der Nordhorner Straße gibt es bisher für die Hälfte der 29 Grundstücke Anfragen. Die Stadt Schüttorf und die Stiftung Heiliger Geist erhielten im Umlegungsverfahren je zur Hälfte die Grundstücke. Im Umlegungsverfahren waren die Grundstücke entlang der Nordhorner Straße nach gutachterlicher Festlegung mit 60 Euro zugeteilt worden. Die Bauplätze dort kosten zwischen 28000 und 49000 Euro, sie sind zwischen 507 und 755 Quadratmeter groß. Allerdings sind die Erschließungskosten, der Baukostenzuschuss fürs Schmutzwasser, der Wasserversorgungsbeitrag sowie der Naturschutzausgleich in dem Kaufpreis nicht enthalten. Bis zur endgültigen Erschließung sind deshalb noch etwa 20 Euro pro Quadratmeter zu addieren. Beim Verkauf aller 29 Grundstücke würde die Stadt Schüttorf Einnahmen in Höhe von 1,144 Millionen Euro erzielt.
Anders liegt der Fall bei den Stemmann-Grundstücken: Da die Stadt Schüttorf Eigentümerin aller Bauplätze ist, sollen die Nebenkosten direkt vereinnahmt werden, um damit auch die Kosten für den Naturschutzausgleich und die Erschließungskosten abzulösen. Die Grundstücke sind zwischen 541 und 1260 Quadratmeter groß und sollen zwischen 45000 und 132000 Euro kosten. Diese Preise sind mit der Mehrheit der Jamaika-Fraktion im Verwaltungsausschuss (VA) schon so festgelegt worden. Damit sind die von der Verwaltung vorschlagenen Preise noch einmal um zehn Prozent erhöht worden. Dennoch liegen bereits über 50 Anfragen vor.
„Hier kann jeder Bürger bauen wie er will“, stellt Ulrich Körner für die Jamaika-Fraktion noch mal als Begründung heraus. Diese individuellen Möglichkeiten dürften deshalb auch etwas mehr kosten. Denn die Preise seien insofern immer noch „attraktiv und verhältnismäßig“. Durch zügigen Abverkauf könnte man an dieser Stelle zu einer „sehr schnellen und schönen städtebaulichen Lösung kommen“. Dem stimmte auch Friedbert Troll („Schüttorfer Liste“) zu, der die Bauplätze als preiswert einstufte auf Grund der Lage in der Nähe von Grundschule, Kindergarten, Hallenbad und der Innenstadt. Im Vergleich dazu nannte er die Grundstückspreise an der Nordhorner Straße „eher übertrieben“.
Die Einnahmen der Stadt für die Stemmann-Grundstücke würden sich auf 1,843 Millionen Euro belaufen beim Verkauf aller 34 Grundstücke. Sollte es für Grundstücke mehrere Bewerber geben sehen die Vergabemodalitäten ein Punktesystem vor, das Kinder und Schwerbehinderung ebenso berücksichtigt wie die Frage, ob Bewerber in Schüttorf arbeiten, aber außerhalb wohnen.
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 09.07.2011
Text: Detlef Kuhn
Bild: NN
Themen dieser Meldung: Stemmann, Nordhorner Straße