Rathaus bekommt ein neues Gewand

cduschuettorf 20100716 rathaus 199x300 Rathaus bekommt ein neues GewandIn Schüttorf beginnt die Sanierung des Verwaltungsgebäudes neben dem alten Rathaus. Erneuert werden vor allem die Fenster und die Wärmedämmung. Stadt und Samtgemeinde erhoffen sich dadurch deutliche Einsparungen beim Energieverbrauch. Finanziert wird die Sanierung zu einem großen Teil aus dem Konjunkturpaket II.
Das Verwaltungsgebäude von Stadt und Samtgemeinde Schüttorf ist schlecht isoliert – das bekommen die Mitarbeiter gerade in diesen Tagen zu spüren. Bei tropischen Temperaturen draußen nähert sich auch in den Büros das Thermometer schnell der 30-Grad-Marke. Und im Winter spürt vor allem der Kämmerer, dass im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster hinaus geheizt wird: Der Energieverbrauch und damit die Kosten sind unverhältnismäßig hoch.
Doch das soll sich bald ändern. Anfang August beginnt die seit längerem geplante Sanierung des Rathauses. Alle Fenster werden ausgetauscht und bekommen nun eine Dreifach-Verglasung. Allein das betrifft rund ein Viertel der Fassade. Bei den übrigen drei Vierteln werden die Sandsteinplatten abgenommen, um darunter eine 16 Zentimeter dicke Dämmung einzufügen. Anschließend werden die Platten wieder aufgesetzt. Das Erscheinungsbild des Verwaltungsgebäudes wird sich also nicht verändern.
Ursprüngliche Überlegungen, einen Teil der Sandsteinplatten durch roten Klinker zu ersetzen, sind – wie berichtet – vom Tisch. Politik und Verwaltung waren, auch in Gesprächen mit dem Architekten Bert Breidenbend, zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude äußerlich unverändert bleiben soll. Das zentrale Argument lautete: Der neuere Verwaltungstrakt muss sich deutlich dem alten Rathaus unterordnen, das weiterhin das prägende Bauwerk am Marktplatz bleiben soll.
Für die Mitarbeiter der Verwaltung erfüllt sich mit der Wärmedämmung zwar ein lang gehegter Wunsch. In den kommenden Wochen müssen sie jedoch zunächst einige Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen. Denn die Sanierung soll während des laufenden Betriebs erfolgen. Einige Mitarbeiter müssen daher zeitweise in andere Büros umziehen, es wird laut und staubig werden. Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus bittet auch Besucher des Rathauses um Verständnis, wenn nicht alle Abläufe ihren gewohnten Gang nehmen können. Er betont aber zugleich, dass weiterhin alle Mitarbeiter – sofern sie nicht ihren Urlaub in die Bauphase gelegt haben – erreichbar sein werden. So können beispielsweise vorübergehend Räume im alten Rathaus genutzt werden. Überlegungen, dass ein Teil der Verwaltung in die leer stehende Kirchschule ausweichen könnte, sind hingegen als unpraktikabel verworfen worden.
Ab Anfang August wird das Verwaltungsgebäude eingerüstet. Die Arbeiten beginnen an der Ostseite beim Bauamt. Von dort wandert die Baustelle im Uhrzeigersinn um das Gebäude. Die Rathausstraße wird zeitweise für den Verkehr gesperrt. Die katholische Kirche soll jedoch zu Fuß jederzeit erreichbar sein, versichert die Verwaltung. Insgesamt werden die Arbeiten voraussichtlich acht Wochen dauern. „Ende September wollen wir fertig sein“, erklärt Hans Bardenhorst vom Bauamt. Die Verwaltung hofft, dass der Energieverbrauch nach Abschluss der Arbeiten auf etwa die Hälfte gesenkt werden kann.
Kosten wird die Sanierung 540000 Euro. Davon fließen 163000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Unerwartet kommen jedoch weitere Kosten auf Stadt und Samtgemeinde zu. Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten sind Lecks im Flachdach entdeckt worden. An diesen Stellen ist die Dämmung feucht, weshalb auch das Dach zum Teil komplett saniert und zum Teil zumindest nachgedämmt werden muss. Dafür sind weitere 48000 Euro veranschlagt. Hinzu kommt ein neuer Heizkessel für 15000 Euro. Der vorhandene, 19 Jahre alte Kessel ist defekt, der neue kann nun wegen des künftig geringeren Wärmeverlustes durch Fenster und Wände deutlich kleiner ausfallen. Ausgeführt werden übrigens nahezu sämtliche Arbeiten von Grafschafter Firmen, darunter viele Schüttorfer, wie die Verwaltung betont.

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 26.07.2010
Text: Steffen Burkert
Bild: Albrecht Dennemann




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