Kein Fahrstuhl fürs Schüttorfer Rathaus

Ein Rollstuhlfahrer hat im Rathaus von Schüttorf keine Chance, aus eigener Kraft in das Büro von Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus zu gelangen. Als das Verwaltungsgebäude 1973 errichtet wurde, galt noch nicht die inzwischen gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheit. Aber auch in Zukunft werden Behinderte es schwer haben: Der Bau eines Fahrstuhls ist aus Kostengründen vom Tisch und soll von den Fraktionen erneut diskutiert werden.
Die Verwaltung hatte zusammen mit einem Architekten eine Lösung zum Einbau eines Fahrstuhls entwickelt. „Die Kosten würden sich auf 100000 bis 120000 Euro belaufen“, berichtete Bauamtsleiter Gerhard Busmann im Bau- und Planungsausschuss – und schob gleich hinterher, dass dieses Geld im Haushalt 2010 nicht zur Verfügung stehe.
Das Konzept sah vor, hinter dem Foyer an den Treppen zum Zwischengeschoss einen Lift einzubauen, der vom Keller bis ins Obergeschoss fährt. Allerdings wäre dort nur Platz für einfache Rollstühle und nicht für Elektrorollstühle gewesen. Man habe auch den Anbau eines Fahrstuhls an die Außenfassade diskutiert – aber gleich wieder verworfen, weil dafür mehrere Büros hätten aufgegeben werden müssen, sagte Busmann. Außerdem hätte der Keller dann nicht angefahren werden können.
Manfred Windhaus erklärte, es habe in seiner Amtszeit bislang keine Beschwerden darüber gegeben, dass Rollstuhlfahrer ihn nicht hätten erreichen können. Daher sei die Notwendigkeit eines Fahrstuhlbaus nicht unmittelbar gegeben.

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 07.06.2010
Text: Andre Berends




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