Baustelle noch bis Anfang Oktober
Nach langer Planungsphase werden nun an der Landesstraße 39 zwei Haltestellen für Schulbusse gebaut. Die Stadt hofft, dass Autos dort künftig auf Grund der Einbauten in die Straßen langsamer fahren. Die Baukosten in Höhe von 214000 Euro trägt zu einem großen Teil die Landesnahverkehrsgesellschaft. Schon lange hatten sich die Anwohner der Bentheimer Straße in Schüttorf über die hohen Geschwindigkeiten der Autos vor ihren Häusern beklagt. „Dass bislang noch nichts passiert ist, ist ein Wunder“, monierten auch immer wieder die Eltern der Kinder, die jeden Morgen an der Bushaltestelle am Schüttorfer Ortsausgang Richtung Bad Bentheim direkt am vorbei rauschenden Verkehr standen. Anfang August haben nun die Bauarbeiten für zwei Bushaltestellen begonnen. Sie sollen bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein.
Die Baumaßnahme hat eine lange Vorgeschichte. Bereits mit der Auflösung der Orientierungsstufen hatte sich das Problem an der Bentheimer Straße verschärft, da seitdem zusätzlich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 den Bus zum Burggymnasium in Bad Bentheim nutzten. Im März 2007 hatten Eltern und Anwohner die Verwaltung eingeladen und in einer Videovorführung die Dramatik der Situation dargestellt. Schon im darauf folgenden Juni wurde ein Ingenieurbüro mit Planungen beauftragt.
Erste Pläne sahen eine relativ einfache und kostengünstige Überquerungshilfe an der Bushaltestelle vor. Dies wurde jedoch vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Lingen abgelehnt. Begründet wurde dies mit der zu starken Behinderung des Verkehrsflusses, obschon bei einem Busstopp die Gegenfahrbahn für den Verkehr frei geblieben wäre. Allerdings soll die Bentheimer Straße/L39 auch als Entlastungsstrecke für die Autobahn dienen und somit auch in der Lage sein, ein höheres Verkehrsaufkommen aufzunehmen.
Eine erneute Planvorlage sah eine Verlegung der Haltestelle in Richtung Bahnhof in Höhe der „Villa Remy“ vor. So genannte „Cups“ in Verbindung mit einer Überquerungshilfe sollten zum einen eine Verkehrsberuhigung bewirken und zum anderen ein gefahrloses Be- und Entsteigen der Busse ermöglichen.
Im April 2009 wurde eine Vereinbarung der Stadt Schüttorf mit dem Straßenbauamt in Lingen über diesen technischen Ausbau und die Kostenübernahme durch die Stadt Schüttorf getroffen. Im Mai 2009 folgte dann der Antrag auf Förderung durch die Niedersächsische Nahverkehrsgesellschaft in Hannover. Intensiv beraten und unterstützt wurde die Stadt Schüttorf in der Planungsphase von Dr. Holger Kloth, dem Geschäftsführer der Planungsgesellschaft des Landkreises.
Im April diesen Jahres erhielt die Stadt Schüttorf schließlich den positiven Bescheid aus Hannover. Zügig wurde dann der Auftrag an die Firma B. Räkers aus Spelle vergeben, sodass Anfang August mit den Arbeiten begonnen werden konnte.
Die Gesamtkosten für die Ausgestaltung der „Cups“, Wetterschutz und Fahrradständer belaufen sich auf rund 214000 Euro. Die Nahverkehrsgesellschaft des Landes trägt den Hauptanteil in Höhe von rund 153000 Euro. Der Landkreis steuert rund 25000 Euro bei und die Stadt Schüttorf übernimmt den Rest in Höhe von etwa 35000 Euro.
Die hohen Kosten für dies Bauvorhaben ergeben sich laut Bau- und Planungsamtsleiter Gerhard Busmann durch die Vorgaben. So müssen die Fahrradständer, die in dem Wäldchen neben der Villa Remy errichtet werden, vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) zertifiziert sein. Des Weiteren werden Riffelsteine verbaut, die Sehbehinderten eine Orientierung erleichtern, und der Straßenbelag muss im gesamten Bereich der zukünftigen Haltestellen abgetragen werden, da sich die Achse der Straßen durch die „Cups“ windet. Darüber hinaus wird ein Blindrohr gelegt, um sich die Option für eine eventuell zu errichtende Dunkelampel zu erhalten.
Wenn im Oktober die Haltestellen in Betrieb genommen werden, wird für die Zeiten des Be- und Entsteigens der gesamte Verkehr in Höhe der Villa Remy ruhen. Bedingt durch die von 8,50 Meter auf 6,50 Meter reduzierte Breite der Straße und den haltenden Bus kann auch der Gegenverkehr nicht vorbei. Die Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler wird nach Ansicht von Stadtdirektor Manfred Windhaus hierdurch optimal gewährleistet. Auch außerhalb der Haltezeiten sollen durch die Umgestaltung und Verlegung der Haltestelle die gefahrenen Geschwindigkeiten herab gesetzt werden. Bei Kontrollen waren Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern festgestellt geworden.
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 17.08.2010
Text: Albrecht Dennemann
Bild: Albrecht Dennemann
Themen dieser Meldung: Bentheimer Straße, Bushaltestelle