Aus drei Klassenzimmern wird eine Mensa
Die evangelische Grundschule bekommt eine neue Mensa, in Quendorf entsteht eine kleine Schulbücherei. Um Kosten zu sparen, will die Samtgemeinde künftig die Nutzung von Schulgebäuden durch Dritte zentral steuern. Wenn Anfang August die Schule wieder anfängt, dann wird die evangelische Grundschule in Schüttorf ihren Ganztagsbetrieb aufnehmen. Damit die Kinder über den regulären Unterricht hinaus auch mittags und nachmittags angemessen betreut werden können, herrscht in dem Schulgebäude an der Hermann-Schlikker-Straße 1 in den Ferien reges Treiben. Handwerker sind dort seit Wochen damit beschäftigt, eine neue Mensa zu bauen. Die beteiligten Firmen kommen bis auf eine Ausnahme alle aus der Grafschaft, vier von ihnen aus Schüttorf. Darauf hat die Samtgemeindeverwaltung in einem Pressegespräch hingewiesen.
Neue Fenster, neue Fassade, neue Dacheindeckung: Der vorhandene Gebäudetrakt der evangelischen Grundschule (ehemals Kirchschule) in Richtung der benachbarten Erich-Kästner-Schule wird zurzeit komplett saniert. Im Erdgeschoss werden drei ehemalige Unterrichtsräume zu einer Mensa zusammengefasst. Im Obergeschoss bleiben die vorhandenen drei Klassenzimmer bestehen. Auch sämtliche Zuleitungen und Heizkörper werden erneuert, zudem werden Leitungen für die künftige Küche verlegt.
Insgesamt wird der Umbau nach Angaben der Schüttorfer Samtgemeindeverwaltung 511000 Euro kosten. Davon fließen genau 171600 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Enthalten sind in diesen 511000 Euro auch die Möblierung der Mensa und die Ausstattung der Küche. Hinzu kommen jedoch noch die Kosten für die Heizungsanlage. Sowohl für die Heizung als auch für die neue Mensa gibt der Landkreis Grafschaft Bentheim als Schulträger der Erich-Kästner-Schule einen Zuschuss, weil die neuen Räume künftig auch von den Schülern der Förderschule genutzt werden.
Wenn die Schule am 5. August wieder beginnt, werden Schüler und Lehrer beider Schulen vorübergehend noch mit einer Baustelle leben müssen. Der Zeitplan sieht laut Verwaltung vor, dass die Arbeiten bis zum 1. September abgeschlossen sein sollen. Dann aber können sich die Grundschüler auf ein auch äußerlich schöneres Schulgebäude freuen. Die Fassade ihres Traktes werde „farbenfroh“ gestaltet, kündigten Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus sowie Hans Bardenhorst vom Bauamt in einem Gespräch mit den GN an. Grundschule und Förderschule werden sich dadurch künftig optisch von einander absetzen, während sie im Innern durch die gemeinsame Mensa räumlich zusammenwachsen.
Raumplanung: Von Umbau und Sanierung der Grundschule verspricht sich die Samtgemeindeverwaltung nicht zuletzt einen deutlichen Rückgang der Heizkosten. Um den Energieverbrauch künftig noch weiter zu verringern, setzen Rathauschef Manfred Windhaus und seine Mitarbeiter zudem auf „Raumoptimierung“: Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Nutzung der Schüttorfer Schulgebäude durch Dritte – also beispielsweise durch die Volkshochschule und durch Vereine – zentral gesteuert werden. Ziel ist es, diese Nutzung räumlich und zeitlich zu konzentrieren, um beispielsweise im Winter nicht unnötig viele Räume oder sogar ganze Gebäudetrakte heizen zu müssen.
Grundschule Quendorf: Auch in der kleinsten Schule in der Grafschaft wird zurzeit gebaut. Die Grundschule in Quendorf bekommt einen zusätzlichen, nur wenige Quadratmeter umfassenden Raum, in dem künftig die Schulbücherei untergebracht werden soll. Die Gesamtkosten liegen bei 40000 Euro.
Manfred Windhaus hebt ausdrücklich hervor, dass die Schule selbst, die Eltern der Schüler und der Förderverein erhebliche Eigenleistungen in diese Baumaßnahme stecken und dadurch die Kosten für die öffentliche Hand – in diesem Fall für die Samtgemeinde und die Gemeinde Quendorf – gering halten.
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 22.07.2010
Text: Steffen Burkert
Bild: Jürgen Lüken