Ärztehaus nimmt langsam Gestalt an
Vor zwei Jahren glaubte die Stadtverwaltung zusammen mit einem Investor schon auf einem guten Weg zu sein in Richtung Ärztehaus in Schüttorf. Jetzt scheint sich das Projekt doch noch verwirklichen zu lassen.
„Im Vechte-Zentrum werden weitere Räumlichkeiten ausgebaut. Drei Ärzte und ein 1-Euro-Laden werden in zwei bis drei Monaten eröffnen“, teilte gestern die Schüttorf-Center-Alpha GmbH aus dem ostfriesischen Moormerland mit. Im Erdgeschoss des viergeschossigen ehemaligen Spinnereigebäudes wird demnach die Firma Tedi einen Markt eröffnen. In den Obergeschossen werden die beiden bereits vorhandenen Arztpraxen einer Gynäkologin und einer Allgemeinmedizinerin um drei weitere Praxen ergänzt. Es handelt sich dabei um eine chirurgische Praxis, die bereits in Schüttorf tätig ist, eine Hautarzt aus Münster und einen Zahnarzt aus Herford, die Praxen einrichten.
„Damit haben wir unser Ziel erreicht, im Vechte-Zentrum ein Ärztehaus zu etablieren“, freut sich der Eigentümer des Objektes, Dieter Baumann (Moormerland). Besonders stolz ist er darauf, drei zusätzliche Ärzte nach Schüttorf geholt zu haben. Das sei bei dem drohenden Ärztemangel eine positive Entwicklung für Schüttorf. Das Ärztehaus werde durch die Ansiedlung einer Apotheke im Erdgeschoss komplettiert. Baumann: „Dann sind bis auf ganz wenige Flächen drei Geschosse des denkmalgeschützten Gebäudes voll belegt. Danach geht es an die Belegung des obersten vierten Geschosses.“
Stadtdirektor Manfred Windhaus zeigte sich gestern im Gespräch mit den GN ebenso erfreut über diese Entwicklung. Die Stadt hatte immer gehofft, dass andere Praxen nachziehen würden, wenn erst einmal die ersten Praxis-Ansiedlungen erfolgt sind. Diese Fortschritte belegten auch, wie toll sich das E-Center auf Grund der attraktiven Lage entwickele. Vor zwei Jahren seien die Gespräche von Stadt und Investor mit einer Interessengemeinschaft über die Einrichtung eines Ärztehauses gescheitert, obwohl ein schlüssiges Konzept vorlag und sogar schon die Mietpreise vereinbart worden waren. Auch Gespräche über eine andere Immobilie seien an zu hohen Preisforderungen gescheitert. Danach habe der Investor Kontakt mit einer ortsansässigen Gynäkologin aufgenommen, dazu gekommen sei dann von außen eine Allgemeinmedizinerin. Auch einKinderarzt wäre gerne gekommen, was aber an den auf die Grafschaft Bentheim bezogenen Zulassungsbeschränkungen scheiterte.
„Die ärztliche Versorgung auf dem Land gilt ja gemeinhin als Problem, zumal sich viele Ärzte in größeren Städten ein erfolgreicheres Arbeiten versprechen“, meinte Windhaus. Fär Schüttorf ist es deshalb eine tolle Entwicklung, dass jetzt ein Ärztehaus doch noch Gestalt annehme. Die verkehrliche Anbindung sei schon über eine zusätzliche Ausfahrt an der Fabrikstraße verbessert worden. Eine im Rahmen von Baumaßnahmen eingerichtete provisorische Zufahrt zur Ohner Straße könnte für Notfälle möglicherweise erhalten bleiben.
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 02.07.2010
Text: Detlef Kuhn
Bild: Jürgen Lüken
Themen dieser Meldung: Vechtezentrum, Ärztehaus